• Norwegen: DAB+-Gegner wollen mit Fake News Bevölkerung verunsichern
    Seit der UKW-Abschaltung in Norwegen gibt es gezielte Maßnahmen von Gegnern des Digitalradios DAB+, um die Bevölkerung zu verunsichern. Koordiniert werden diese aus Schweden, Unterstützer sind norwegische Lokalradios, die sich immer noch gegen die Analog-Abschaltung wehren.

    In dieser Woche sorgten sie mit einer Meldung für Aufsehen, wonach DAB+ in Norwegen vor dem Aus stehe, weil die NATO die Frequenzen für sich beanspruche. Die Meldung wurde unter anderem in der Internet-Zeitung "Aftenposten" und bei lokalradio.no verbreitet.

    Damit zwangen sie die norwegische Telekommunikationsbehörde nKOM zu einer Richtigstellung: Es handele sich um eine gezielte Fehlinformation. Norwegen könne selbst entscheiden, wie Frequenzen genutzt werden, sofern keine Verletzung internationaler Abkommen bestünde, die das skandinavische Land unterzeichnet hat. Die Frequenznutzung für das norwegische DAB+-Netzwerk sei international koordiniert und mit mehr als 30 europäischen Ländern abgestimmt, hieß es.

    Der Gegenwind, der DAB+ ins Gesicht bläst, ist nicht neu. In vielen europäischen Ländern wehren sich vor allem kommerzielle Hörfunkveranstalter gegen die digitale Terrestrik, weil diese mehr Platz für Konkurrenten bietet und damit die zum Teil seit über 30 Jahren konstante Hörfunklandschaft stark verändern könnte. In Norwegen haben vor allem kleinere Veranstalter große Bedenken gegen DAB+: Durch das Digitalradio würden die großen Privatradiogruppen dank vieler weiterer DAB+-Programme noch stärker und würden die kleinen Anbieter aus dem Markt verdrängen. Viele Lokalradios dürfen in Norwegen noch bis 2022 auf UKW senden, danach erfolgt auch hier der Switch off.

    Unterstützung erhalten sie aus Schweden: Das Nachbarland hat sich generell gegen die Weiterentwicklung von DAB+ ausgesprochen und setzt beim Hörfunk in Zukunft auf eine Mixtur aus dem alten UKW und neuen Internetdiensten.


    Tue, 19. Jun 2018




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