• DAB+: Rheinland-Pfalz plant Regionalmuxe für Privatfunk
    In Rheinland-Pfalz könnte es noch in diesem Jahr eine Ausschreibung für regionale, private DAB+-Multiplexe geben, die in Gesamtheit ein landesweites Netz ergeben. Wie Joachim Lehnert, Abteilungsleiter Technik bei der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) gegenüber SatelliFax mitteilt, laufe aktuell ein Prüfungsantrag bei der Bundesnetzagentur. Diese erarbeitet im Auftrag der Staatskanzlei ein Frequenznutzungskonzept. Geplant sind drei bis fünf Kanäle für regionale Muxe.

    Gleichzeitig hat die Medienanstalt eine Wirtschaftlichkeitsstudie in Auftrag gegeben, um die Kosten für die privaten Hörfunkveranstalter zu beziffern. Die Ergebnisse sollen im Sommer feststehen. Anschließend will die Medienanstalt die Resultate mit den Privatsendern diskutieren und hofft bis Jahresende eine medienrechtliche Ausschreibung für DAB+ starten zu können. Zunächst müsse ein Netzbetreiber ermittelt werden, anschließend werden die Programmkapazitäten ausgeschrieben. Im Idealfall sollen Mitte 2019 die ersten Multiplexe in Betrieb gehen.

    Ein Beispiel wurde bereits vor kurzem bekannt: Ein Sendernetz soll Rheinhessen und die Nahe über die Standorte Mainz-Kastel, Bad Kreuznach-Schanzenkopf und Idar-Oberstein/Hillschied versorgen. Das wäre deckungsgleich mit dem Regionalprogramm aus Mainz des Privatsenders RPR.1. Laut Lehnert wurde hierfür der Kanal 8A angemeldet, es könne aber letztlich auch ein anderer Kanal zum Einsatz kommen, falls dieser an Einsprüchen durch Frankreich scheitert.

    Geplant ist, dass die regionalen Muxe sowohl von Lokalradios, landesweiten Programmen mit und ohne Regionalisierung sowie überregionalen Veranstaltern genutzt werden. Die momentane Ausstrahlung der Privatradios RPR.1 und bigFM im Mux des SWR könnte dann der Vergangenheit angehören. RPR.1 kann dann auch jeweils seine richtige Regionalversion über DAB+ ausstrahlen.

    Offen sei laut Lehnert noch, ob in die Ausschreibung auch der Small Scale-Multiplex im unteren Nahetal mit einbezogen wird. Hier testet aktuell die Gemeinde Bretzenheim den Eigenbetrieb mit dem Kirchenfunk Studio Nahe im Kanal 12A. Denkbar sei laut Lehnert auch, dass Studio Nahe in einen der Regionalmuxe integriert wird. www.lmk-online.de


    Wed, 18. Apr 2018




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