• Studie: Webradio und Audio etablieren sich im Online-Werbemarkt
    Die Anbieter von Webradio und anderen Online-Audio-Angeboten verzeichnen 2017 erneut signifikantes Wachstum bei der Nutzung und den WerbeumsĂ€tzen. FĂŒr Werbekunden, Agenturen und Hörer werden die Webradio- und Online-Audio-Werbeumfelder immer relevanter, die Anbieter rechnen auch in den kommenden Jahren mit einer hohen Wachstumsdynamik. FĂŒr 2017 erwarten sie einen Anstieg der Werbe­umsĂ€tze um 40 Prozent auf 35 Millionen Euro. Besonders dynamisch wachsen dabei die mobilen Werbeumfelder. Der Anteil mobiler Online-Audioabrufe liegt bereits bei 34 Prozent. Das geht aus ersten Teil­ergebnissen des Webradiomonitors 2017 hervor, der sich ausschließlich mit dem Online-Audiomarkt beschĂ€ftigt und im Vorfeld der dmexco von der Bayerischen Landeszentrale fĂŒr neue Medien (BLM), dem Bundes­verband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. und dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) veröffentlicht wurde.

    Siegfried Schneider, PrĂ€sident der Bayerischen Landeszentrale fĂŒr neue Medien (BLM): „Radio ist zu einem Multi-Channel-Medium geworden. Auch online gewinnt Radio an Reichweite und Vielfalt und wird ergĂ€nzt durch On-Demand-Angebote. Der Webradiomonitor dokumentiert diese Entwicklung und belegt die anhaltende Dynamik und Innovations­freudigkeit, mit der sich der Online-Audio-Markt entwickelt. Sowohl fĂŒr politische Weichenstellungen als auch fĂŒr unternehmerische Entschei­dungen ist damit eine solide Faktenbasis vorhanden.“

    Dr. Lars Peters, Vorstandsmitglied der Fokusgruppe Audio im Bundes­verband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. und selbststĂ€ndiger Medien­berater: „Online-Audio ist bei den Nutzern angekommen und ein selbstverstĂ€ndlicher Begleiter in allen Alltagssituationen. Diese Reich­weite kombiniert mit Online-Werbemöglichkeiten wie Programmatic Advertising steigert die AttraktivitĂ€t der gesamten Gattung Audio fĂŒr Werbe­treibende. Der durchschlagende Erfolg von Sprachsteuerungsdiensten wie Alexa ist ein weiteres Indiz fĂŒr die hohe Dynamik und Innovationsfreude in der Branche.“

    Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Radio Regenbogen: „Webradio ist ein immer wichtigerer Empfangsweg fĂŒr die digitale Radionutzung. Besonders freut es mich, dass die bekannten UKW-Marken als meistgenutzte Angebote hier von den Hörern gesucht und gefunden werden. Die Studienergebnisse zeigen eindrucksvoll die Bedeutung der mobilen Nutzung beim digitalen Radio. Mobil erreichen wir unsere Hörer in ganz neuen Nutzungs­situationen. Das gilt auch fĂŒr unsere Werbekunden, was die Radio- und Audio­werbung fĂŒr sie noch attraktiver werden lĂ€sst.“

    FĂŒr den Webradiomonitor 2017 wurden sowohl Anbieter als auch Nutzer von Webradio- und Audio-Angeboten befragt und in der Auswertung berĂŒcksichtigt.

    Laut Nutzerbefragung findet bei den Online-Audio-Hörern (ab 14 Jahren) bereits 50 Prozent des gesamten Audio- und Musikkonsums, einschließlich Radio- und Webradio-Nutzung, 2017 online statt (2016: 48 Prozent). Besonders stark werden Live-Radio- und Musik-Streaming nachgefragt – allen voran die klassischen Radiomarken bei ihrer Eins-zu-eins-Übertragung im Internet. Sie werden von 71 Prozent der befragten Online-Audio-Nutzer mindestens gelegentlich genutzt, gefolgt von Video-Streaming-Diensten (56 Prozent), Musik-Streaming-Diensten (55 Pro­zent), Online-Submarken der Simulcast-Radios (29 Prozent), Online-Only-Radios (28 Prozent), Podcasts (17 Prozent), Radio-Aggregatoren (11 Prozent) und User-Generated Radios (3 Prozent).

    Mit 76 Prozent geben besonders viele der Online-Audio-Nutzer an, ihre Webradio- und Audio-Angebote auch zu Hause zu hören. Im Auto sind es 31 Prozent, im Zug 27 Prozent, bei der Arbeit 25 Prozent, auf Partys und Veranstaltungen 22 Prozent, im öffentlichen Nahverkehr und beim Sport jeweils 21 Prozent, zu Fuß unterwegs 20 Prozent, beim Einschlafen 19 Prozent, beim Aufwachen 15 Prozent und auf dem Fahrrad 12 Prozent.

    Die befragten Anbieter verzeichneten im zurĂŒckliegenden Jahr mehrheitlich steigende Abrufzahlen. Das gilt insbesondere fĂŒr werbefinanzierte Online-Audio-Anbieter, von denen 71 Prozent gestiegene und 22 Prozent stabile Abrufe angeben. Der Anteil der mobilen Abrufe ist laut Anbieterbefragung 2017 auf 34 Prozent gestiegen (2016: 32 Prozent). Bis 2019 rechnen die Anbieter mit einem mobilen Anteil von 40 Prozent.

    Auf Basis eines geschĂ€tzten Netto-Werbevolumens der Webradio- und Online-Audio-Anbieter von rund 25 Millionen Euro (Audio- und Display-Werbung) im zurĂŒckliegenden Jahr wird fĂŒr 2017 ein weiterer Anstieg der Netto-WerbeumsĂ€tze auf 35 Millionen Euro (+ 40 Prozent) 2018 erwartet. Bis 2019 sollen die UmsĂ€tze sogar auf 63 Millionen Euro ansteigen. Der Anteil der mobilen UmsĂ€tze soll dann erstmals bei ĂŒber 50 Prozent liegen. Der Anteil von Programmatic Advertising liegt nach EinschĂ€tzung der befragten Online-Audio-Anbieter 2017 bei etwa 9 Prozent und soll bis 2019 auf rund 30 Prozent ansteigen. www.blm.de


    Thu, 14. Sep 2017




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